Anderls - Gedicht

Beinkrebs

Ann Cotten

Unter der Wüste gibt es Wasser genug
und doch ritt ich darüber
wie?
Meiner Seele dürstete nach dem Schluck,
der nicht erlöst, aber unwiderruflich.

Ich ritt vorneweg, blickte mich niemals um
und doch habe ich das Dröhnen immer gehört,
ich gehörte ihm an, ich entrann, warum?
Verfolgte ich, was kein Lebender begehrt

und brachte ich mich vor Tagen an einen Herd der Wärme,
des Wahns, der vielen Blicke,
genährt von einiger Jahrzehnte müden Ideen,
so will ichs nicht.

Brüste voll Teer und Federn,
Erinnerung, das sentimentale Erschöpfen,
ledern, mit einem leeren Becher,
den Brunnen, den ich kaum gesehen.


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