Anderls - Gedicht

Anleitung für ein Sommergedicht

Peter Engel

Harte Beschreibungsarbeit am Himmelsblau, das in seine Tagestönungen zerlegt sein will, überzogen mit weißen Herden von Wolken, die man festhalten will im Vers, die aber immer zu schnell vorüberziehn.

Ein Kunststück, wie man die richtige Hitze hineinbläst, den Text ins Schwitzen bringt.
Wenn die Natur nicht die Vorlage liefert, nimmt man einen grün angestrichenen Winter, setzt auf ein berühmtes Zitat.

Unvermeidlich der Geruch nach trockenem Heu, das ordentlich knistert in der Zeile, daß man sich hineinwerfen mächte, auch das prickelnde Wasser der See muß seine Sommerqualität haben.

Eine Strophe Überbau für den Drang
in den Süden, den ewigen Trieb,
wie er im Norden kultiviert wird:
Das ist der warme Grundton in jedem
Sommergedicht, die klare Dominante.


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