Anderls - Gedicht

Wolken

Marjana Gaponenko

Es bauschen sich die Wolken in den Kleidern.
Wer gehen wollte, fliegt zum Wald.
Dort altern Menschen in den Kronen großer Bäume.
Den Vater sah ich dort,
einen Stern im halb offenen Mund, grübelte er.

Ich aber trage Schuhe aus Stein,
umarme die Felsen,
vergrabe mich selber im Sand.
senke den Blick vor dem Himmel
beuge tiefer mein Haupt.
Hier ist mein Platz.

Abends fallen Äpfel ins Gras. Ich höre sie nicht.
Ich weiß nicht einmal ob sie gefallen
sind oder bloß rote Tropfen waren,
die langsam in der Erde verschwanden.
Ob ich träume, ob es wahr ist: die Arme der Wolken,
darin mein Gesicht - wie eine Kamee.


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